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Wieder einmal muss man sich beim SV Zamdorf fragen, warum man nur eine Halbzeit eine gute Leistung auf den Platz bringt. Groteskerweise muss dazu auch noch eine gelb-rote Karte herhalten, um in Unterzahl endlich zu zeigen, was die Mannschaft zu leisten im Stande ist.

Die erste Halbzeit lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: keine Präsenz, haarsträubende Ballverluste und ein Zweikampfverhalten einer Jugendmannschaft. So konnte man mit dem knappen 0:1 noch sehr zufrieden sein. Zwar steht man grundsätzlich nicht schlecht, sodass der Gegner aus dem Spiel kaum zu Chancen kommt, jedoch lädt man die Gegner reihenweise durch eigene Fehler zum Tore machen ein. So schafft man es wie so häufig diese Saison nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, bis letztlich ein Spieler von Eintracht München den Ball mit freundlicher Mithilfe hinter die Linie bringt. Mit der berechtigten und unnötigen gelb-roten Karte kurz vor der Halbzeit ist zu befürchten, dass die junge Mannschaft nun auseinander bricht. Auffällig in dieser Phase, dass gerade auch die Führungsspieler sich von der allgemeinen Verunsicherung anstecken lassen und ebenfalls grobe Schnitzer in ihr Spiel einbauen.

In der Pause spricht Trainer Krüger die Fehler auch gnadenlos an. Selten wurde es in seiner Amtszeit so laut in der Kabine, was aber zu wirken scheint.

Zamdorf kommt in Unterzahl wie ausgewechselt aus der Kabine, gewinnt Zweikämpfe und kommt in der Offensive zu Chancen. Zu diesem Zeitpunkt scheint der Ausgleich in der Luft zu liegen. Gerade Hagl geht hier als gutes Beispiel voran und wirft sich in jeden Zweikampf. Gleichzeitig steigt das Selbstbewusstsein und auf einmal läuft der Ball durch die eigenen Reihen. Doch nachdem man vorne den Ausgleich nicht erzielt, nutzt Eintracht München eine kurze Unabstimmung in der zamdorfer Hintermannschaft eiskalt aus und erzielt den zweiten Treffer. Zamdorf stellt nun auf eine Dreierkette um, jedoch will an diesem Tag kein Tor mehr gelingen. Ein Konter in der 80. Minute besiegelt dann den Endstand von 0:3.

Leider belohnt sich Zamdorf nicht für das aufopferungsvolle Spiel. In der Kaltschnäuzigkeit zeigt sich eben der Unterschied vom aktuellen Tabellenführer und einer jungen Mannschaft, die noch immer in der Findungsphase ist. Mit einer Leistung wie in der ersten Halbzeit wird man in dieser Liga große Probleme bekommen. Die zweite Hälfte jedoch zeigt, dass man mit Vertrauen in die eigenen Stärken auch mit dem Tabellenführer der Liga auf Augenhöhe spielen kann. Das macht Mut für die weiteren Aufgaben, sodass man versöhnlich nach dem Spiel die Wiesn 2018 verabschieden konnte!

Coach Krüger: „Aufgrund der ersten Halbzeit geht der Sieg für Eintracht völlig in Ordnung. Mit solch einer Leistung wird der Klassenerhalt sehr sehr schwer, so langsam müssen alle begreifen das wir in jedem Spiel unser volles Potential abrufen müssen.“