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Zum Jahresausklang 2018 bitten wir Maximilian Krüger, Coach der zweiten Mannschaft des SV Zamdorf zum Gespräch. Sein Fazit der Saison und weitere interessante Aussagen findet ihr folgend:

Servus Max, wir blicken auf eine ereignisreiche Hinrunde zurück. Deine Mannschaft liegt mit neun Punkten nach 13 Spielen hauchdünn über den Abstiegsrängen in der Kreisklasse 4 München.

Max, wo liegen die Defizite, die die Mannschaft in der in der Hinrunde offenbart hat?

Max Krüger: Ganz klar im Offensivspiel! Wir sind einfach nicht in der Lage, unsere Angriffe kontinuierlich bis zum Ende auszuspielen. Vielen Spielern merkt man einfach noch die fehlende Erfahrung und Cleverness im Herrenbereich an. Unser Hauptaugenmerk in der Vorbereitung auf die Rückrunde liegt daher neben der körperlichen Fitness auf dem Offensivspiel.

Hast du auch positiven Aspekte gesehen, auf die du in Rückrunde aufbauen kannst?

Max Krüger: Natürlich, da muss ich unsere Viererkette hervorheben. Vor allem die erfahrenen Stützen Florian Hagl und Kapitän Peter Sigmund haben die Abwehr – bis auf wenige Ausnahmen – sehr gut geführt und zusammengehalten. Des Weiteren wird die Mannschaft langsam wieder die verschworene Einheit, die uns im Aufstiegsjahr ausgezeichnet hat.

Die Vorbereitung beginnt bereits am 7. Januar 2019. Muss sich die Mannschaft auf eine qualvolle Vorbereitung einstellen?

Max Krüger: Nein, das ist zumindest vom Trainerteam nicht so geplant. Wenn jeder Spieler vollen Einsatz und Disziplin zeigt, kommt der Spaß natürlich nicht zu kurz. Das ist auch wichtig und gehört dazu. Die Spieler haben es aber auch ein Stück weit selbst in der Hand, wie die Vorbereitung abläuft. Wer mich kennt weiß, dass ich auch relativ ungemütlich werden kann. Die ersten Einheiten im neuen Jahr finden aber erstmal in der Halle statt. Fitness-Coach Dagmar bittet zum geliebten Kardio-Aerobic-Kurs. Ich denke, einige Spieler freuen sich da schon besonders darauf. Ich mich auch (lacht). Aber im Ernst: Wir haben einfach sehr viel gegenüber anderen Mannschaften aufzuholen. Um unser Saisonziel zu erreichen, fangen wir daher auch schon eine Woche früher als geplant mit dem Training auf dem Kunstrasenplatz an.

Was zeichnet deine Mannschaft grundsätzlich aus. Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne?

Max Krüger: Schlechte Spiele und Ergebnisse abzuhaken, trifft wohl auf beide Aspekte zu. Einige lernen aus ihren Fehlern und wollen sich verbessern, Andere nicht. Leider legen zu viele Spieler die Einstellung einer Hobbymannschaft an den Tag und haben noch nicht begriffen, dass wir keine Thekenmannschaft sind und es für den ganzen Verein förderlich ist, wenn die Zweite Mannschaft des SV Zamdorf in der Kreisklasse spielt!

Neu im Trainerteam ist der letztjährige Kapitän Andreas Kunert. Wie klappt die Zusammenarbeit?

Max Krüger: Im Großen und Ganzen sehr gut. Man merkt natürlich, dass „Kuni“ neu im Trainiergeschäft ist und er noch viel lernen muss, aber das auch will. Er bringt oft neue Ideen ins Training ein, was mir hilft und einen anderen Blickwinkel auf verschiedene Dinge gibt.

Gibt es Punkte und Ansätze, die du auch im Trainerteam ändern möchtest/musst?

Ja, aber das bleibt natürlich intern.

Die erste Mannschaft wird seit dieser Saison von Helmut Entholzner trainiert. Wie schätzt du die Zusammenarbeit mit ihm und der Ersten ein?

Max Krüger: Ich habe zu meiner aktiven Zeit noch mit „Helli“ zusammengespielt. Schon damals haben wir uns gut verstanden. Daher klappt die jetzige Zusammenarbeit auch sehr gut. Wir sprechen viel miteinander und tauschen uns immer wieder über aktuellen Leistungen der einzelnen Spieler aus.

Siehst du trotz der ernüchternden Hinrunde Spieler, die zur Rückrunde zur ersten Mannschaft aufrücken könnten?

Max Krüger: Definitiv, drei bis vier Spielern ist der Sprung bereits zur Rückrunde zuzutrauen. Man sieht ja auch an Nino Stübinger, dass der Sprung in die Erste möglich ist. Ich werde aber jetzt keine konkreten Namen nennen, da viele meiner Spieler schnell zum Höhenflug ansetzen und sich dann selbst im Weg stehen. Wenn jeder konzentriert weiterarbeitet, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich der Eine oder Andere im Kader der Ersten wiederfindet.

Wird es zur Rückrunde Änderungen innerhalb der Mannschaft geben?

Max Krüger: Da schließe ich nicht aus! Die Möglichkeit besteht durchaus und mit einigen Spielern werden wir noch Einzelgespräche führen müssen. Hauptsächlich wird es dabei um die Einstellung zur Mannschaft und Trainingsbeteiligung gehen. Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir aber keinen Ab- bzw. Zugang, vielleicht wird sich das aber auch noch in den nächsten Wochen ändern.

Nun steht eine schwierige Rückrunde bevor. Was für Forderungen stellst du an deine Leitwölfe und was erwartest du von den jüngeren Spielern?

Max Krüger: Die Führungsspieler müssen – vor allem im Training – für mehr Disziplin und Zug sorgen. So etwas kann nicht nur die Aufgabe des Trainerteams sein. Die jungen Spieler müssen die Ansagen aber dann auch umsetzen, auch wenn sie in der jeweiligen Situation vielleicht eine andere Meinung haben. Zum Ende der Hinrunde war aber zu erkennen, dass die erfahrenen Spieler wie Michael Huber, Serdar Güler, Flo Hagl oder Peter Sigmund vor allem in den Punktspielen die anderen Jungs mitziehen und immer mehr in ihre Führungsrollen hineinwachsen. Die Youngster sind nun am Zug. Von ihnen erwarte ich mir einfach mehr Wille. Auch der Teamgedanke muss mehr gelebt werden. Dazu gehört auch, sich nach dem Training oder Spiel noch einmal mit der Mannschaft hinzusetzen und ein Getränk zu trinken. Fußballerisch zeigen sie immer wieder, dass enorm viel Potenzial in ihnen steckt. Sie rufen es momentan nur leider noch zu selten ab.

Im Februar geht es nach einem Jahr Pause wieder nach Italien ins Trainingslager. Auf was muss sich deine Mannschaft einstellen und auf worauf wirst du deinen Fokus richten?

Max Krüger: Für die Spieler, die bereits vor zwei Jahren dabei waren, wird es sicherlich eine kleine Umgewöhnung. Wir fahren da dieses Jahr eine andere Linie. Natürlich steht das Spielerische im Vordergrund, aber zum Fußball gehört deutlich mehr als nur kicken zu können. Falls wir zu diesem Zeitpunkt bereits auf einem zufriedenstellenden Fitnesslevel sind, wird unser Fokus vorallem auf dem Angriffspiel und Standartsituationen liegen.

Was sind die Ziele für die Rückrunde?

Max Krüger: Da gibt es nur ein Ziel: der Klassenerhalt. Wenn wir die Liga halten, wäre das ein super Leistung, mit der wir alle zufrieden sein können. Mein persönliches Ziel besteht darin, meine Spieler zu fördern und zu weiterzuentwickeln. In jedem Spieler steckt noch viel Potenzial und es würde mich sehr freuen, wenn einige Spieler den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Das wäre eine Bestätigung meiner Arbeit.

Vielen Dank für das Gespräch und die ehrlichen Worte!